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Gute Wünsche in Seide

27. Oktober 2019 - 12. Januar 2020

Die von Csilla Schmitt kuratierte Ausstellung von Kinderkimonos beruht auf der Sammelleidenschaft der Japanerin Kazuko Nakano (geb. 1935), die in Yamagata, Nordjapan lebt. Sie hat eine unerschöpfliche Fülle von nahezu tausend Kimonos zusammengetragen, die Einblicke in die farben- und symbolträchtige Kunst der Kimonogestaltung aus der Edo-Zeit (1603-1868) bis in die Gegenwart gewähren. Nach Ausstellungen in Japan, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich kann eine Auswahl von etwa 100 Kinderkimonos nun erstmals in Deutschland in der Heidelberger Textilsammlung Max Berk präsentiert werden. Neben einer weiteren Ausstellung in Deutschland werden die prächtigen Exponate auch in Ungarn und Polen zu sehen sein. Das Augenmerk wird hierbei auf glücksbringende Motive und unterschiedliche Textilien gelegt. In der japanischen Kinderbekleidung des Kimonos spielen Motive eine außergewöhnliche Rolle, da in ihnen Zukunftserwartungen der Eltern für ihre Kinder eingeschrieben sind. Durch Bemalen, Aufdrucken, Einweben und Einfärben erscheinen die elterlichen Wünsche und Glückserwartungen in besonders dekorativen Gestaltungselementen und sind über bezaubernde Kunstwerke hinaus als nonverbale Botschaften zu verstehen, die den Kindern zum Beispiel ein langes Leben oder eine glückliche Ehe verheißen sollen. So stehen Pflanzen- und Tiermotive nicht allein für eine Naturverbundenheit des japanischen Volkes, sondern stellen oft in Kombination mit Gegenständen für uns als Nichteingeweihte geheime Botschaften dar, die es zu entschlüsseln gilt. Mädchen- und Jungenkleidung ähnelten sich bis Ende der Edo-Zeit im Allgemeinen sehr, da man ähnliche Motive verwendete, die einerseits der Jahreszeit angepasst waren, andererseits auf dieselben elterlichen Wunschvorstellungen wie z.B. ein gesundes Wachstum, langes Leben und Glück zurückzuführen sind. Erst später kamen „modische” Elemente hinzu, die Mädchen- und Jungenkleidung leichter differenzierbar machten. Auch gibt es Unheil abwehrende Stickereien, die man aus Aberglaube noch bis heute auf der Rückseite von Kinderkimonos findet.
Diese Ausstellung zeigt neben Kimonos aus verschiedenen Seidenarten auch Kimonos aus Baumwolle, Wolle sowie verschiedenen pflanzlichen Fasern, die auf unterschiedliche Weise gewebt und geschmückt wurden. Leichte Sommerkimonos, gefütterte Winterkimonos sowie mehrschichtige Kleidung legen Zeugnis eines sehr variationsreichen Kleidungsstückes ab. Der die Ausstellung begleitende Katalog „Gute Wünsche in Seide” von Csilla Schmitt bietet dem Interessierten tiefere Einblicke in die wunderbare Welt der Kinderkimonos.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung.

Ausstellungsort: Textilsammlung Max Berk
Brahmsstraße 8 · 69118 Heidelberg-Ziegelhausen Dauer der Ausstellung:

Details

Beginn:
27. Oktober
Ende:
12. Januar 2020
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Textilmuseum Max Berk Kurpfälzisches Museum
Brahmsstr. 8
Heidelberg, 69118 Deutschland