Kunstraum Vincke Liepmann

Elke Weickelt " Störenfried"

04.09.2021 bis 10.10.2021

„Störenfried“ ist der Titel der dritten Ausstellung von Elke Weickelt im Kunstraum Vincke-Liepmann.
Aus der Auseinandersetzung mit ursprünglicher Kunst, Ausdrucksformen fremder Kulturen, Kinderzeichnungen und Bildern der sogenannten Outsider Art entwickelte Elke Weickelt ihre Werke.
Nach einer einjährigen Reise durch Südamerika 2019, über die die Künstlerin auch ein Buch geschrieben hat, hat sich in ihren Bildern vieles verändert. Erstmals tauchen menschliche Figuren auf, manchmal nur angedeutet, schemenhaft. Ihre Beziehung zur Natur steht zur Debatte. Tiere betreten die Leinwandbühne und Pflanzen behaupten sich.
Es geht um das, was der Mensch mit der Erde macht: Zerstörung, Ausbeutung, Klimawandel. Die Stellung des Menschen in diesem Gefüge, seine Beziehung zu den anderen Geschöpfen, die auch hier leben.

Oft wirken die Menschen auf den Bildern ratlos oder dumm, auch aggressiv. Sie kommen nicht so gut weg.
Mensch oder Natur? Wer wird festlegen, wie es weitergeht, die Richtung vorgeben? Wer stört den Frieden, der Mensch oder die Natur?
Und wohin führt diese Auseinandersetzung? Annäherung oder Vernichtung, Koexistenz, respektvolles Miteinander?
Eine aktuell zeitgeistige Frage, die auch die Künstlerin beschäftigt, in besonderer Weise angeregt durch ihre Erlebnisse im Amazonasregenwald und den Aufenthalt bei indigenen Völkern, die so ganz anders mit den Ressourcen dieser Erde umgehen.

Galerie Marianne Heller

Thailand - Ein Land mit Geschichte

06.09.2021 - 07.11.20215

Arbeiten der Malerin Jiratchaya Pripwai, des Keramikers Wasinburee Supanichvorapach und antike Skulpturen aus dem frühen Thailand.

„Während dieses Prozesses wird mein wandernder Geist ruhiger und konzentrierter, friedlicher und entspannter, als ob der Kunstprozess einen therapeutischen Nutzen hätte, der das Gleichgewicht in meinem Geist heilt und wiederherstellt.“

Dieses sehr persönlich und einfühlsam formulierte Statement der Künstlerin Jiratchaya Pripwai reflektiert in einer erstaunlichen Präzision das Fundament thailändischen Kunstschaffens, von der ersten Begegnung mit dem Buddhismus im 6. Jahrhundert bis hin in unsere Zeit.
Wie der Buddhismus uns lehrt, verhilft intensive Selbst-Reflektion zu einem gesunden Selbstverständnis – der Basis für ein ehrliches und glückliches Zusammenleben.

Diesem philosophischen Ansatz folgt – ohne jeglichen dogmatischen Duktus und mit einer erfrischenden Ästhetik – eine faszinierende Ausstellung der Galerie Marianne Heller in Heidelberg. Mit ihrer bekannt kreativen Hand stellt Marianne Heller zwei der führenden zeitgenössischen Künstler Thailands einer Auswahl von antiken Skulpturen aus dem frühen Thailand gegenüber.

Forum für Kunst

Neben dreidimensionalen Werken sind Zeichnungen die wohl ältesten künstlerischen Zeugnisse der menschlichen Kulturgeschichte. Man denke etwa an Felszeichnungen aus der Zeit von etwa 36.000 v. Chr., aber auch an Zeichnungen der australischen Ureinwohner. Im weiteren Verlauf der kulturellen Entwicklung war diese Form künstlerischer Ausdrucksmöglichkeit immer präsent.
Allerdings haben sich die technischen Möglichkeiten vervielfacht: neben den trockenen Zeichnungsmitteln wie z.B. Bleistift, Metallmine, Kohle, Kreide, Wachs, Rötel- oder Silberstift gibt es auch flüssige Zeichenmittel wie Gallustinte, Sepia oder der aus Ruß hergestellte Bister oder verschiedene Arten von Tuschen.

Die Ausstellung soll den Besuchern die Vielfalt an zeichnerischen Möglichkeiten zeigen sowohl was die technischen Mittel betrifft und deren jeweilige charakteristische Wirkung als auch eine breite Palette inhaltlicher und formaler Ausdrucksmöglichkeiten.

Gezeichnet - Konzept von Werner Schaub

18.09.2021 - 31.10.2021

GEDOK-Galerie

Sometimes - Fotografie

12.09.2021-16.10.2021

Den Betrachter empfangen die Farben eines heißen Sommertages: Kirschrot, Gelb und zartes Lila. Eine Stimmung, die zu einem Ausflug an den See einlädt. Diesen Trip hat die Künstlerin als Kind tatsächlich erlebt, nur entpuppt sich der Inhalt als weniger lieblich. Zunächst sieht man Gräser vor einer weiten Landschaft, das Bild ist gelb gefärbt, wie die verblichene Aufnahme aus einem alten Fotoalbum. Daneben ein verlassenes Haus. Es folgt die Ahnung von Fleischlichem, vielleicht Geschlechtsteile, eine Messerspitze, Assoziationen von Verletzung.
Präsentiert werden zwei Reihen von Fotografien. Manche der Bilder wirken seltsam ineinandergeschoben, als habe der Film sie nicht richtig transportiert. Eine Bildstörung im wahrsten Sinne – die Unterbrechung der normalen Wahrnehmung. Verschobene Zeit. Es spiegelt ein Trauma, den erlebten sexuellen Missbrauch.
Die Künstlerin erzählt nicht als Reporterin über die Tat, vielmehr wirkt es, als habe sie ihr Inneres nach außen gestülpt. Schaut der Betrachter genauer hin, entpuppt sich die Wahrnehmung als unsicher. Was ist überhaupt zu sehen? Könnten es nicht doch nur Marmelade oder ein harmloser Mörser sein?
Mit dieser Irritation bricht Susanne Neiss die Struktur der Tat auf. Plötzlich ist das Publikum involviert. Das Opfer wird als Subjekt sichtbar und fordert heraus, Stellung zu beziehen, denn die Strukturen, die Missbrauch ermöglichen, haben mit der gesamten Gesellschaft zu tun. In sometimes wird erkennbar, was in der öffentlichen Wahrnehmung meist unterschlagen wird: Die Perspektive der Opfer.

Kurpfälzisches Museum

Marisa Vola Visible – Invisible

18. Juli bis 29. August 2021

Mit Marisa Vola und ihrer Ausstellung „Visible – Invisible“ setzt die Stadt Heidelberg ihre Reihe von Retrospektiven im Kurpfälzischen Museum fort.

Geboren im italienischen Codevilla, kam Marisa Vola 1960 nach Heidelberg. Es folgte in den Jahren von 1976 bis 1981 ein Studium an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe, das 1980 in ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg mündete.

Ihre zunächst gegenständlichen Bildwelten verließ die Künstlerin ab Anfang der 1980er Jahre mehr und mehr zugunsten ungegenständlicher Bildkompositionen, wobei Blei- und Buntstiftzeichnungen in den Vordergrund rückten. Es entstanden die Arbeiten, die zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung zentral für ihr OEuvre stehen: Zeichnungen von unendlicher Zartheit und Feinheit der Linien. Aber, und das wird die Ausstellung zeigen, der Ausdrucksreichtum Marisa Volas geht noch weit über diese konzentrierten Linienarbeiten hinaus, nicht zuletzt auch durch ihre fein komponierten dreidimensionalen Werke.

Bettendorffsche Galerie

ARTgerecht- große und kleine Tiere

06.06.2021 bis 26.09.2021

Mensch – Tier ,Tier- Mensch ,wer schaut wen an? Die Beschäftigung mit diesen Beziehungen sind in der Menschheitsgeschichte ebenso ewig wie vielfältig ,die Kommunikation mit ,über und zwischen den beiden Spezies immer wieder aufs Neue ein vielfältigesThema. Wer schaut wen an? Tiere betrachten: bei manchen fasziniert die Schönheit der Farben von Fell oder Federn, bei anderen ihr Verhalten, ihre Bewegung, ihr Ausdruck. Wenn Vera Wisseler ihre gemalten Tiere zeigt , lädt sie zum Betrachten von Tieren ein und gleichzeitig liegt ihr daran, die Tiere auch den Menschen betrachten zu lassen. In farbkräftigen Porträts oder Ganzkörperdarstellungen auf mittleren oder größeren Formaten auf Leinwand oder Karton nehmen diese Tiere mit ihrem Gegenüber Blickkontakt auf oder treten ihm durch eine bestimmte Körperhaltung entgegen. Dargestellt sind diese Tiere nicht in ihrem alltäglichen Umfeld, vielmehr befinden sie sich in einer phantasierten, nicht eindeutigen Welt. Farben und Pinselstrich geben jedem der Tiere damit sein eigenes Leben, sie sind daher nicht einfach abgebildet, sondern kommunizieren mit der Malerin und den Betrachtern. Was aber macht der Betrachter, die Betrachterin, wenn das Tier qua seiner physiognomischen Beschaffenheit winzig klein, nutzlos , blicklos, lästig , also in keiner Weise zum Kommunikationspartner taugt? Die Fliege zum Beispiel? Im Zoo, den man betritt um Tiere zu betrachten, zählen die dort lebenden Fliegen nicht mit. Bienen , den nützlichen Honigproduzenten wird dort immerhin eine kleine Showbühne gewährt, Fliegen aber gehören zu offensichtlich auf die Seite des Überflüssigen, Belanglosen, das keiner Betrachtung würdig ist. Auch sie bekommt an der Seite der großen starken Tierindividuen ihren Platz und sitzt zusammen mit ihnen an den Wänden der Galerie.
Auf dem Fliegenplanete /geht es den Menschen nicht gut:/Denn was er hier der Fliege/die Fliege ihm dort tut/
An Bändern voll Honig kleben/ Die Menschen dort allesamt,/ und andre sind zum Verleben/ in süßliches Bier verdammt….(Christian Morgenstern)
Zusätzlich sind 5 neue Arbeiten des simbabwischen Bildhauers Stanford Fata zu sehen.

Friedrich-Ebert-Haus

Vom 9. Juli bis 5. September zeigt das Friedrich-Ebert-Haus die Sonderausstellung „Europa, der Krieg und ich“. Darin blickt der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e. V. zurück auf seine über 100-jährige Geschichte. Die Ausstellung spannt den weiten Bogen vom Beginn der Kriegsgräberfürsorge in Europa im späten 19. Jahrhundert, über die konkreten Aufgaben, die aus dem massenhaften Sterben in den beiden Weltkriegen erwuchsen, hin zu der „Versöhnung über den Gräbern“ und den heutigen ersten Ansätzen gemeinsamen europäischen Gedenkens.
Im Dezember 1919 als privater Verein zur Pflege der Soldatengräber des Ersten Weltkrieges gegründet, übernahm der Volksbund im Laufe des 20. Jahrhunderts zunächst die Aufgabe, sich um die Gräber der gefallenen deutschen Soldaten und um die Betreuung der Angehörigen zu kümmern. Er hat das Gefallenengedenken nach den beiden Weltkriegen maßgeblich geprägt und den Wandel der deutschen Erinnerungskultur mitgestaltet. Heute umfasst die Arbeit des Volksbunds den Erhalt und die Pflege der Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland, das öffentliche Gedenken und Mahnen für den Frieden sowie eine auf Friedensfähigkeit und Verständigungsbereitschaft zielende Bildungsarbeit.

Der Präsident des Volksbunds General a. D. Wolfgang Schneiderhan eröffnet die Ausstellung am 8. Juli, um 19 Uhr. Die Eröffnung findet im Innenhof des Friedrich-Ebert-Hauses statt. Bitte melden Sie sich per E-Mail an friedrich@ebert-gedenkstaette.de mit Angabe der Anzahl der Personen an und bringen die Bestätigungs-E-Mail mit. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Bei schlechtem Wetter muss die Eröffnungsveranstaltung leider abgesagt werden.

Europa, der Krieg und ich

09.07.2021 - 05.09.2021

Halle 02

The Mystery of Banksy

01.05.2021 - 12.09.2021

Eine brandneue Schau zu Ehren der Kunst-Ikone Banksy kommt nach Heidelberg!

Ab 30. April wird die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ in der halle02 in Heidelberg im ehemaligen Güterbahnhof zu Gast sein. Tickets gibt es bereits jetzt im Vorverkauf. Banksy, der in Bristol geborene und bis heute anonyme Graffiti-Künstler und Maler ist weltberühmt und dennoch ein Mysterium. Er ist dafür bekannt die Grenzen des Kunstmarktes in Frage zu stellen und sorgt mit seinen Arbeiten seit Jahren für Furore. Eine Ausstellung über den berühmtesten Street-Art-Künstler unserer Zeit auf die Beine zu stellen ist kein leichtes Unterfangen. Dieser Herausforderung stellt sich der bekannte Passauer Musical-Produzent und Ausstellungsmacher Oliver Forster (COFO Entertainment) nun gemeinsam mit der Livemacher GmbH aus Besigheim rund um Edgar Braune und Oliver Diaz. „Wir wollen Kunst zum Erlebnis machen, für jedermann sichtbar und an einem Ort zusammengebracht.

Banksy ist in erster Linie ein Straßenkünstler, der für seine Graffitis bekannt ist, die er auf der ganzen Welt verteilt hat. Daneben hat er ziemlich früh angefangen, immer wieder original signierte Kunstwerke und Drucke in limitierter Auflage zu verkaufen. Die meisten davon befinden sich in Privatbesitz und sind somit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einen Original-Banksy bestaunen zu können ist also eine absolute Seltenheit. Wir versuchen nun mit „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ anhand originalgetreuer Reproduktionen die besten und eindrucksvollsten Motive an nur einem Ort und in einer lockeren Atmosphäre abseits des Museumsbetriebs, aber trotzdem mit hohem Qualitätsanspruch erlebbar zu machen“, so Produzent Oliver Forster. Die Ausstellung zeigt dabei eine noch nie dagewesene Präsentation mit mehr als 100 Werken des gefeierten Street-Art-Superstars: Graffitis, Fotografien, Skulpturen, Videoinstallationen und Drucke auf verschiedenen Materialien wie Leinwand, Stoff, Aluminium, Forex und Plexiglas wurden eigens für diese Sonderschau reproduziert und zusammengetragen.

Abgerundet wird das Ganze durch eine spannende Videodokumentation, die die wichtigsten Stationen einer beispiellosen Karriere beleuchtet. „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ gibt dem Besucher in einem aufwändigen und einzigartigen Setting einen umfassenden Überblick und Einblick in das Gesamtwerk des Genies und Ausnahmekünstlers. Ganz nach Banksys Motto „Copyright is for losers ©TM“ ist auch diese Hommage aufgrund seines anonymen Status nicht offiziell authorisiert. Der Eintritt erfolgt unter den jeweils aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen der Stadt Heidelberg. Um die Besucherströme optimal lenken zu können, ist die Buchung eines Zeitfensters erforderlich. Mit dem Zeitfenster-Ticket ist der Zugang zur Ausstellung innerhalb des gebuchten Timeslots möglich, die Verweildauer ist dabei zeitlich unbegrenzt. Der Ticketkauf im Vorverkauf wird vom Veranstalter dringendst empfohlen.

TICKETS

Textilmuseum Max Berk

Exotik zieht an

06.06.2021 – 29.08.2021

Fernweh prägte die Zeit der 1970er Jahre und ist aktuell wieder eine weit verbreitete Sehnsucht. Mit der erfolgreichen Batikmode von Monika Erben weht nun in diesem Sommer ein eleganter Hauch von Exotik und Flowerpower in der Textilsammlung Max Berk.

Monika Erben lebte von 1970 bis 1978 mit ihrer Familie in Singapur, damals Zentrum von Asiens Textilwirtschaft. Inspiriert durch den Besuch einer Batikfabrik hatte sie spontan die Idee, dieses faszinierende Kunsthandwerk mit ihrer Mode zu verbinden. Sie gründete das Label “Batika” designed by Monika. Damit entstand eine einzigartige Symbiose von traditionellem Batik-Handdruck und modernem Modedesign. Jedes Kleidungsstück wurde handbedruckt und handgefärbt und war somit ein Unikat. Rasch wurde diese Mode, die den Zeitgeist der Hippie-Generation der 197Oer Jahre widerspiegelte, ein weltweiter Erfolg mit Exporten nach USA, Australien, Japan, Dubai und Europa! Die Anziehungskraft des Fremden, seinerzeit und heute, vermitteln auch die großformatigen Fotografien von Kameramann Harry Erben, der seine Frau in ihren Modellen immer wieder an exotischen Orten fotografierte.

Nach abgeschlossenem Studium an der Fachschule für das Edelmetallgewerbe Schwäbisch Gmünd und der Hochschule für Bildende Künste Berlin lebte und arbeitete Sibylle Umlauf freischaffend in Berlin bis 2002, anschließend für 15 Jahre in Italien. 2017 kehrte sie nach Deutschland zurück. Als eine der ersten KünstlerInnen realisierte sie ganze Kollektionen von mächtigen Schmuckstücken fast vollständig aus Eisen mit reinen Goldund Silbereinlagen. Der Umgang mit diesen gegensätzlichen Materialien regte ihre plastische Imagination an; es entstanden Objekte mit einer von der Natur inspirierten Formensprache, die eine besondere Sinnlichkeit und Fremdheit vermitteln.

 
 

Galerie Grewenig

Fläche und Raum

20.06.2020 - 28.08.2020

Jürgen Hofmann und Tom Feritsch Bilder und Raumplastiken

Heidelberger Kunstverein

Idealverein

11.09.2021 - 31.10.2021

Mike Bourscheid spielt in seinen humorvollen Skulpturen, Videos und Performances mit Ideen von zwischenmenschlichen Beziehungen, Rollen und Identitäten und stellt die Stereotypen männlicher und weiblicher Arbeit in Frage. Handgefertigte Kostüme sind Mittelpunkt seiner bühnenartigen Settings und werden während seiner Performances von verschiedenen Protagonist*innen getragen. Beruft er sich auf die Tradition kunsthandwerklicher Arbeit, versucht er in seiner künstlerischen Praxis gleichzeitig mit geschlechtsspezifischen Konventionen (handwerklicher) Disziplinen zu brechen.

Seine Arbeit ›Idealverein‹ entwickelte er für seine Bespielung des Luxemburg Pavillon zur 57. Internationale Kunstausstellung, la Biennale di Venezia (2017). Im Rahmen des PuSh International Performing Arts Festivals in Vancouver realisierte er ›Idealverein‹ (2020) als Performance mit sechs Personen. Für seine Einzelausstellung im Kunstpalais Erlangen (2020/21) wurde für die Arbeit die Bühne zum Spielfeld. Die Bekleidungsensembles aus nummerierten Lederschürzen, Holzpantinen und schmiedeeiserner Traggestelle, die in der Performance die Regeln diktieren und bestimmen, wie sich die Protagonist*innen bewegen und mit wem sie sich verbünden, werden zu skulpturalen Requisiten überlegter wie improvisierter Bewegungen, Gesten, Fragen, Handlungen und Wendungen.

Heidelberger Kunstverein

Drawings and Sculpture

11.09.2021 - 31.10.2021

Linda Matalons abstrakte Papier- und Objektarbeiten entstehen durch einen dynamischen bildhauerischen Prozess, der Körper, Raum und Aktion mit einbezieht. Der Auf- und Abbau von Oberflächen ist dabei integraler Bestandteil ihrer skulpturalen Herangehensweise: Matalon überzieht ihre Papierbögen mit Wachs und Graphit, trägt eine Schicht nach der anderen auf, um in einem nächsten Schritt auszuradieren, weg zu kratzen. Wachs, Leim und Vaseline legen sich über lineare Elemente. Ihre Arbeiten verknüpfen den strukturellen Ansatz der Minimal Art mit dem Ausloten von Körper-Raum-Beziehungen, wie sie in der Performance Art zu finden sind. Zeichnung ist bis heute Kern und Zentrum ihrer Praxis. Bekannt wurde sie darüber hinaus mit einer Gruppe von Wachs- und Metallskulpturen, die im Zuge der frühen AIDS-Krise entstanden. Matalons gesellschaftspolitisches Engagement in der AIDS- und Lesbenbewegung spielt weiterhin eine Rolle in ihrer Kunst.

Museum Haus Cajeth

Wildwuchs · Unkraut · Widerstand Bilder von Bernd Gehrig

10. Juli - 30. Oktober 2021

Im Sammelband der Kunstankäufe der Stadt Heidelberg sind zwei geniale Einzelgänger, die Bilder ohne Vorbilder schufen, vereint: Matthias Maaß und Bernd Gehrig, beide in den 1950er Jahren hier geboren.
Matthias Maaß war öffentlich gut sichtbar. Sein Revier erstreckte sich vom Bismarckplatz bis in die Altstadt, die Kneipen in der Unteren Straße waren seine Bühne.

Bernd Gehrig lebt und wirkt zurückgezogen. Er arbeitet im Untergrund am Gewebe der Welt.
In Kirchheim aufgewachsen machte er sein Abitur als Stipendiat der Katholischen Internatsschule Sasbach, studierte Soziologie, Pädagogik und Psychologie in Berlin.
Zurück in Heidelberg engagierte er sich in der Kinderbetreuung am Collegium Academicum, im Kinderhaus Neuenheim. Er malte mit Kindern und war fasziniert von der „traumhaften“ Sicherheit, mit der sie sich selbst darstellen. Da habe er wieder Kontakt mit dem in ihm ruhenden Kind aufgenommen.

Er wurde ökologisch orientierter Gärtner und verkaufte Obst und Gemüse auf Heidelberger Märkten.
1986 begann er zu malen.

Prinzhornsammlung

Humor in der Anstalt? Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Psychiater haben immer wieder in Frage gestellt, dass Menschen mit der Diagnose Schizophrenie in der Lage sind, Humor zu zeigen und zu verstehen. Und trotzdem gibt es in zwei der größten und ältesten Sammlungen von Anstaltskunst, der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg und der Sammlung des Musée d`Art et d`Histoire de l‘Hôpital Saint Anne in Paris (MAHHSA), eine ganze Reihe von Werken humoristischen Inhalts. Das deutsch-französische Ausstellungsprojekt „Wahnsinnig komisch – Follement drôle“ stellt einige dieser Werke vor. Ausgewählt wurden rund 150 Zeichnungen, Gouachen, Aquarelle und Skulpturen aus der Zeit von 1880 bis 1990. Sie zeigen, worüber deutsche und französische Patient*innen gelacht haben, wie sie ihre Umgebung aufs Korn nahmen, mit spitzer Feder überzeichneten, satirisch verhöhnten oder wahnsinnig-komisch kommentierten.

Wahnsinnig komisch

09.09.2021 - 23.01.2022

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