Oxytocin Baby

Am Anfang steht eine Geburt, die eigentlich keine ist. Etwa so wie in Krippenspielen, wo sie am Ende auch einfach geschieht. Es ist die Geburt der Liebe, der Unsicherheit. Etwas das zwickt, wie eine Geburtsnarbe, als ob etwas herausgegangen wäre, das nicht wiederkommt. Etwas das sich mit klebrigen Fingerspitzen niederlässt, die Wimpern einreibt. Etwas das wächst wie ein Hefepilz, den man alleinlässt. Die tatsächliche Geburt passiert später, Babys Geburt, im Reisebus auf dem Boden, nein, zwischen den Sitzen, nein, irgendwie aus der Decke. Gestürzt, gerutscht, gefallen, geworfen. Wie soll eine Geburt ein Anfang sein, bei dem, was noch kommt?

In ihrem Debütstück »Oxytocin Baby« schreibt Anna Neata hochmusikalisch und formal bestechend über Schwangerschaft und Mutterschaft, Geburtenkontrolle und Selbstbestimmung. Dabei bringt sie körperliche Zustände und Prozesse eindringlich zur Sprache. Sie lässt historische Figuren zu Wort kommen, wie etwa Madame Mittermayer, die in Wien illegal Abtreibungen durchführte, den Arzt Lukas Boër, Vorreiter moderner Geburtshilfe in Wien, und die Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt, die Goethe zu Gretchen inspirierte.

Von Anna Neata in der Regie von Rieke Süßkow; Schauspielhaus Wien

Triggerwarnung: Explizite Beschreibungen und sprachliche Ausdrücke von Gewalt im Rahmen von Schwangerschaftsabbrüchen und Geburten

Datum

04 Mai 2022
Beendet

Uhrzeit

21:00 - 22:15

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Theater Heidelberg, alter Saal

Ort

Theater Heidelberg, alter Saal
Theaterstr. 10, 69117 Heidelberg
Kategorie
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