Madame Palatine

Die als „Liselotte von der Pfalz“ bekannte Pfalzgräfin war eine Enkelin des Kurfürsten Friedrich V., dem „Winterkönig“, und dessen englischer Gemahlin Elizabeth Stuart. Am 26. Mai 1652 geboren, verbrachte sie viele Jahre ihrer Kindheit auf dem Heidelberger Schloss. Als Neuzehnjährige wurde sie aus diplomatischen Gründen mit dem Bruder des Sonnenkönigs, Philippe von Orléans, verheiratet und wurde am französischen Hof als Duchesse d’Orléans mit dem Ehrentitel „Madame“ angesprochen. Die Ehe war schwierig, auch litt das ursprünglich gute Verhältnis zum französischen König unter der Feindschaft zu dessen Mätressen. Dies und Liselottes Renitenz gegenüber der Hofgesellschaft beherrschten ihren regen Briefwechsel, mit den teilweise unverblümten Schilderungen des barocken Hoflebens in Frankreich.

Obwohl Liselotte nur zwei überlebende Kinder hatte, wurde sie zur Stammmutter des Hauses Orléans und zur Ahnfrau zahlreicher europäischer Königshäuser.
Vor 300 Jahren, am 8. Dezember 1722, starb Elisabeth Charlotte in St-Cloud bei Paris. Aus diesem Anlass zeigt das Kurpfälzische Museum in Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Heidelberg die Ausstellung „Madame Palatine“. Die Ausstellung zeichnet nicht nur das facettenreiche Bild einer großartigen europäischen Fürstin, sondern nimmt auch Bezug zu Madames gesellschaftlichem und familiärem Umfeld.

Laufzeit: 06.11.2022 – 22.01.2023

Bild1: Pierre Mignard, Bildnis von Elisabeth Charlotte, 1678 (Historisches Museum der Pfalz Speyer, Foto: Julia Paul)

Bild2: Gemälde aus Versailles: Elisabeth Charlotte mit ihren Kindern, Kopie von Jean-Gilbert Murat (1837) nach einem Original von Pierre Mignard 1678–1679
bpk / RMN – Grand Palais / Gérard Blot

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