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Lynn Schoene zur Erinnerung

Fast genau 2 Jahre nach ihrem überraschenden Tod, soll eine Ausstellung im Heidelberger Forum für Kunst an Lynn Schoene erinnern. Kuratiert wird diese Retrospektive in enger Zusammenarbeit zwischen dem Lebensgefährten von Lynn Schoene, dem Künstler Tom Feritsch und Stefan Hohenadl vom städtischen Kulturamt. Eigentlich sollte diese Präsentation bereits im letzten Jahr stattfinden, aber die Corona-Pandemie vereitelte diese Pläne und wieder stehen wir jetzt, wie schon im Januar 2021, vor einer Corona Welle großen Ausmaßes. Deshalb müssen wir alle an der Ausstellung interessierten Menschen bitten, sich vor Ausstellungsbeginn genau über die gesetzlichen Vorgaben im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen zu informieren.

Im nördlich von London gelegenen Luton geboren, siedelte Lynn Schoene 1973 nach Deutschland um und hier finden sich die Anfänge ihrer künstlerischen Laufbahn. Kurz zusammengefasst begann sie mit Weiterbildungen an der Europäischen Akademie in Trier und an der Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg. 1995 wurde sie in den Bundesverband bildender Künstler*innen aufgenommen. Hinzu kamen ihre Tätigkeiten als Kunstlehrerin, seit 1991 war sie Dozentin für Kunst in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Sie lehrte an der internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg, an der Universität Koblenz-Landau, der Kunstakademie Bad Reichenhall sowie und an weiteren Institutionen. Für die Regierungspräsidien Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart war sie als Dozentin für Schulkunst-Lehrerfortbildungen tätig.

Lynn Schoene war in Deutschland und im Besonderen in unserer Region heimisch geworden, gleichzeitig aber hatte sie nie aufgehört Engländerin zu sein. Deutlich wird dies nicht zuletzt an den vielen englischen Titeln ihrer Arbeiten. Sie setzte sich intensiv mit ihren anglo-irischen Wurzeln auseinander, für Lynn Schoene war dies ein lebenswichtiger Impuls und zugleich ein großes Glück, sich bei dieser Suche künstlerischer Mittel bedienen zu können.
Ebenso bedeutsam für ihre künstlerische Entwicklung war die Begegnungen mit den Keltenstätten Hallein und Hallstadt in Österreich, sowie das Erlernen der Technik des Papierschöpfens. Der Fund einer alten Bienenwabe inspirierte sie zu tiefgehenden künstlerischen Experimenten mit Wachs. Überhaupt, im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stand immer das Material, es diente als Ausgangspunkt Ihrer Reflexionen, als sinnbildhafte Kraft, die Ihren Werken eine anziehende Sinnlichkeit und stille Anmut verleihen. „Von Sinn und Sinnlichkeit und der Anmut der Stille“, so überschreibt die Künstlerin ihre Homepage im Internet. Wir können Ursprüngliches entdecken, erdige Farben, Filz und Fasern, Bitumen, nach alter Technik handgeschöpftes Papier, Wachs, Objekte und Bilder, oftmals mit Texten, oder Textfragmenten versehen. Ihrer vom Kulturamt der Stadt Heidelberg 2014 kuratierten Retrospektive im Kurpfälzischen Museum, gab Schoene den vielsagenden Titel ‚Sprache des Materials‘.
Mit der Ausstellung erinnern wir nicht nur eine Bildende Künstlerin, sondern auch eine engagierte Mitbürgerin. Sie war ehrenamtliche Leiterin des Theo Kerg Museums in Schriesheim, eine Tätigkeit, die sehr viel Engagement einforderte und ein aktives Mitglied des Heidelberger Forums für Kunst. Für Ihre Arbeit wurde sie mit der Ehrenmedaille der Stadt Schriesheim ausgezeichnet, als Künstlerin wurde sie Publikumspreisträgerin des Großen Welde-Kunstpreises der Metropolregion, war Preisträgerin für Objektkunst des Kunstforum Forst (Baden) und im Jahr 2009 erhielt sie den Kunstpreis der Willibald-Kramm-Preisstiftung hier in Heidelberg.

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