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Klavierabend Peer Findeisen

Der Klavierabend am 5.8.21 um 19.30 Uhr in Heidelberg Wolfsbrunnen mit dem Solisten Peer Findeisen besteht aus einem ersten Teil mit Werken ausschließlich von Martin Münch, dessen Klangsprache deutlich von den Klangwelten Debussys, Ravels und Skrjabins geprägt sind, und einem zweiten Teil mit Werken von Ravel, Liszt, Chopin und Findeisen. Während der Jahrhundertwende-Klang in Münchs Valses nobles op. 48 a (2015) und Valses sentimentales op. 48 (2009) deutlich zutage tritt und schon vom Titel her auf Ravels gleichnamige Kompositionen sowie auf La Valse, die Walzerkomposition des 20. Jahrhunderts schlechthin, als Vorbilder verweist, sind Münchs druckfrisch komponierte Bagatellen eine von rumänischen Klängen inspirierte Sammlung poetischer Miniaturen „für Herta Neulist zum Geburtstag“, stilistisch Bartoks Stücken für Kinder verwandt. Sie werden am heutigen Abend uraufgeführt.
Findeisen steht in seiner frühen Komposition Prélude und Toccata (noch zu seiner Studienzeit entstanden) den Klangwelten von Schubert und Brahms, aber auch von Debussy, nahe.
Den Abend rundet eine Gegenüberstellung von berühmten impressionistischen Wassermusiken ab: Jeux d ́eau (1901) von Maurice Ravel und Les jeux d ́eaux á la Ville d ́Este aus Franz Liszts Reisebildern Années de Pèlerinage III (Rom, 1877). Während Liszt – bereits als Priester geweiht – seiner Partitur an einer Stelle ein biblisches Zitat über die Wiedergeburt des Menschen im Taufmysterium einfügt und dem eindrucksvollen Garten der Villa d ́Este mit seinen vielen Fontänen ein visionär zukunftsweisendes, trotz virtuoser Spielfiguren letztlich meditatives Denkmal in überraschend impressionistischen Klangwelten setzt, geht Ravel, hörbar beeinflusst durch Liszts Vorlage, von einem antikisierenden, im Grunde eher weltlichen Szenario aus, wenn er dem Stück die Worte voranstellt: ein Flussgott, der lacht, weil ihn das Wasser kitzelt. Dementsprechend scheinen die virtuos figurierten Klangkaskaden abwechselnd zu glucksen, zu sprühen, aufzuschießen, zu zerstäuben und sich gelegentlich furios üppig zu einer wahrhaft sinfonischen Klangflut zu vereinigen. Chopins Barcarolle Fis-Dur, op. 60 entführt uns in die Welt der venezianischen Gondolieri mit ihrer sanft auf- und abwogenden Melodik im wiegenden 12/8-Takt und verklärt diesen romantischen Topos ins unendlich Poetische.

Datum

05 Aug 2021
Expired!

Uhrzeit

19:30

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Ort

Restaurant Wolfsbrunnen Heidelberg, Wolfsbrunnensteige 15, 69118 Heidelberg
Kategorie
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