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Doppelkonzert Ana Fosca & Nina de Heney

“Extreme Music” lautet der Titel einer kleinen Reihe von Festival-Konzerten, die in diesem Jahr erstmals die Zuhörer:innen in die Grenzbereiche des Unerhörten einladen wollen. Es geht um ungewöhnliche Erfahrungen.
Das Mayhem in Kopenhagen ist einer der bekanntesten Clubs für Extreme Music und experimentelle Kunst. Auf die Künstlerin Linn Hvid hatte das Mayhem einen entscheidenden Einfluss; ihr Soundprojekt, das sie unter dem Namen Ana Fosca gestartet hat, wäre ohne diesen besonderen Ort kaum denkbar gewesen. Hvid wurde bald zu einer festen Größe in der Noise-Szene Dänemarks, mit Ausflügen nach Schweden und Deutschland; und doch ist Ana Fosca nicht so leicht zu fassen. Ihre Musik bewegt sich irgendwo zwischen Death Industrial, Dark Ambient und Drone, aber die Spannung ihrer Arbeit entsteht aus einer unorthodoxen Umgangsweise mit Materialien und elektronischen wie akustischen Soundelementen. Es kursieren unterschiedlichste Charakterisierungen ihrer Klanginstallationen, die immer nur einzelne Aspekte erfassen können: „atemberaubend, meditativ, laut, schroff, zart, intensiv, schockartig“. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen will, sollte sich ihr beim russischen Label Nazlo Records erschienenes Debütalbum „SOMA“ (2020) anhören. Die Worte „verschwenderisch“ und „exzessiv“ ließen sich dann der Liste an Beschreibungen noch ohne weiteres anfügen.

Die Bassistin Nina de Heney, in der Schweiz aufgewachsen, aber seit vielen Jahren im schwedischen Göteborg lebend, studierte einst bei Miroslav Vitous am New England Conservatory of Music in Boston, wandte sich dann aber von der regelkonformen Enge des konventionellen Modern Jazz ab, um sich ins Freie der Neuen Improvisierten Musik zu begeben. Als Solistin, in der Performance mit anderen Musiker:innen wie Lisa Ullén, Karin Johannsson, Sten Sandell oder Slawek Janicki oder Henrik Wartel und Tänzer:innen wie Anna Westberg erkundete, erforschte und erweiterte sie die Klangmöglichkeiten ihres Instruments durch Präparationen und Techniken. Die akustischen Felder, die sich durch „Instant Composing“ eröffnen, changieren zwischen Klang, Rhythmus und Textur, zielen aber letztlich auf eine Konzentration auf ein emphatisches „being in the present moment“ (Nina de Heney). Der „Flow“ entstehe aus einem Gefühl der „Togetherness“ mit dem Instrument, das es erlaube, der Herausforderung des Moments kreativ zu begegnen, weil der Bass zu einer Verlängerung des eigenen Körpers werde. In einem Interview hat Nina de Heney diese Selbstsorge, aus der allererst ihr Angebot an die Zuhörer:innen resultiere so formuliert: „My intellectual knowledge won’t make it’s way through music, if my soul is not there to put life into it and make the music move forward.” Ein Konzert, die Begegnung mit anderen Musiker:innen kann inspirierend sein, aber ebenso auch Achtsamkeit oder eine Wanderung in der Natur. Es geht ihr in letzter Konsequenz wohl darum, die Begegnung mit dem Instrument nicht zu einem Zwiegespräch werden zu lassen: „I hope my bass will have found loving musical hands by then too!“ Schaut man sich auf YouTube das dreiviertelstündige „Solo-Piece-For-Peace-Please“ vom Mai 2021 an, dann ist das „extreme“ in diesem speziellen Fall extrem schön und extrem intensiv.

Datum

14 Nov 2021
Expired!

Uhrzeit

12:00

Ort

Patrick-Henry-Village
Kategorie
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