Das Paradies auf Erden

Innige Bilder von beherzten Frauen aus Sammlungen in Berlin

„Wenn die Kinder schliefen, nahm ich mir die Blumen vor. Ich malte Blumen. Zur Schule bin ich kein ganzes Jahr gegangen, weil meine Eltern arm waren“. So Władysława Włodarzewska, die Walter Graetz in Świątkowice besucht hat. Wände und Decken von Stube und Küche hatte sie mit üppig wuchernden Blumen bemalt, dabei Schrank und Bett, Heiligenbilder und Fenster in die Komposition miteinbezogen. Auf Packpapier hat sie dann sich selber gemalt, damenhaft in kostbare Kostüme gekleidet, mit seidenem Schal, goldenem Schmuck und Pompadour, von Blüten rings umsäumt.

„Das habe ich für mich selbst gemalt. Ich male, weil ich darin verliebt bin“ so Katarzyna Gawłowa. Sie lebte in Zielonki in einer kleinen Kammer, in die durch ein brüchiges, fast blindes Fenster nur dämmriges Tageslicht fiel. Eine zugige Holztür trennte den Raum notdürftig ab vom Stall für Ziegen, Schweine und Gänse und die Kuh. Der gestampfte Lehmboden war von den Tieren durchfeuchtet.
Auf Wände, Türen und Decke hatte sie die Mutter Gottes gemalt, die den Vögeln Körner zuwirft, den auferstandenen Christus, die Heiligen Antonius und Florian, dazu den Pfarrer ihrer Kirche, Hochzeitsfeste, Musikkapellen, alle eingebettet in einen Teppich von Blumen, Vögeln und Engeln. Frohgemut lebte sie in der Kapelle, die sie selbst geschaffen hatte.

Maria Wnęk wurde in Olszanka in eine kinderreiche Bauernfamilie geboren. Ängste quälten sie schon als Kind. Sie galt als geistig umnachtet, verrichtete aber körperlich schwere Arbeit in der Armeeküche, bei Erdarbeiten am Fluss. Tiefgläubig wollte sie die himmlischen Bilder, die sie schaute, festhalten. Auf Papier, Sperrholz, Blech und Pappe malte sie die Madonna mit Krone, Blüten und Sternen, Apostel und Altäre, Pilgerscharen und Prozessionen. Der Orgelbauer Jochen Schmidt hat sie bewundert und gesammelt.

„Diese Künstler besitzen die Gabe, […] aus der äußeren Armut inneren Reichtum zu schaffen. […] Das Ekstatische und das Fromme sind das Bezeichnende ihrer Kunst“ so Wilhelm Uhde dessen „Maler des Heiligen Herzens“ im Sommer in Baden-Baden gezeigt werden. Wir stimmen bei uns darauf ein.

Das Event ist beendet

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