Home Events Tanz ArtOrt022 – I – Radio TeVau – Uraufführung

ArtOrt022 – I – Radio TeVau – Uraufführung

“Dies sind die letzten Dinge. An einem Tag ist ein Haus noch da, am nächsten ist es weg. Gestern ging man über eine Straße, die heute nicht mehr existiert. Auch das Wetter wechselt in einem fort. Regentage folgen Sonnentagen, Nebeltage folgen Schneetagen, einmal kühl, einmal warm, erst Wind dann Flaute, eine Zeit bitterer Kälte, und dann heute, mitten im Winter, ein lieblich heller Nachmittag, so warm, dass man keinen Mantel braucht. Wer in der Stadt lebt, lernt, nichts für selbstverständlich zu halten. Man schließt nur kurz die Augen, dreht sich um, um nach etwas anderem zu sehen, und das was eben noch vor einem stand, ist plötzlich weg. Nichts bleibt, verstehst du, nicht einmal die eigenen Gedanken. Ihnen nachzuhängen wäre Zeitverschwendung. Ist etwas erst einmal weg, dann für immer.” Im Land der letzten Dinge, Paul Auster

Seit Anfang der 2000er Jahre hat das UnterwegsTheater mit dem ArtOrt-Konzept die gern verkopfte “Kunst im öffentlichen Raum” zu einem mit allen Sinnen, körperlich erlebbaren Erlebnis weiter entwickelt und eine einzigartige Formensprache etabliert, die dazu beiträgt, von der “Tanzstadt Heidelberg” zu sprechen.
Das schon aufgegebene Autohaus in der Heidelberger Weststadt erwacht nun ein zweites Mal aus seinem Schlummer. Erstmals in diesem Jahr öffnet das UnterwegsTheater das Autohaus Bernhardt bereits am 27. April. Dann wird, gleichsam als „Vorspiel“ zum ArtOrt’22, die neue Tanz-Produktion des UnterwegsTheaters Heidelberg uraufgeführt.

In Jai Gonzales‘ Choreographie „Radio TeVau“ geht es um sieben Tänzer*innen, die eine Radio- und Fernsehstation kapern, um endlich all das sagen, singen und performen zu können, was ihnen auf dem Herzen liegt: Wünsche und Hoffnungen, Sorgen und Ängste, Träume – und Witz. „Tänzer leben derzeit in einer mehrfach prekären Situation: Die Pandemie beschäftigt alle und viele sind auch unmittelbar von den Folgen des Krieges in der Ukraine betroffen“, sagt die Choreographin. “Der Tanz fängt da an, wo die Worte aufhören – ein Urquell von Kraft und Inspiration.” Hinzu kommen Themen, die Tänzer*innen schon immer beschäftigen: Angst vor Verletzungen, das Alter, aber auch die Träume, die sie in der Zeit nach der Bühnenkarriere verwirklichen wollen. „Der Fokus in diesem Stück liegt auf der individuellen Persönlichkeit, auf dem Menschen. Normalerweise sprechen die Tänzer*innen nur über ihre Körper, jetzt nutzen sie auch ihre Stimme für ihre Botschaften – ein Coming-out, inklusive ernster wie humorvoller Momente“, erklärt Jai Gonzales, die zeitgenössische Musik von Alva Noto und Soundcollagen, aber auch ein Stück von Tschaikowsky ausgewählt hat.

Live-Kameras und Videoeinspielungen spiegeln das Tanzereignis, die Architektur des ehemaligen Autoverkaufssalons erlaubt eine phantasievolle Transformation in die “ätherische Welt der Medien”. Das Publikum, das das Ensemble von der HebelHalle ein paar Schritte hinüber ins Autohaus begleitet, bleibt unmittelbar ins Geschehen einbezogen, wird zum Teil der Inszenierung.

Datum

15 Mai 2022
Beendete Veranstaltung

Uhrzeit

20:00

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Ort

Hebelhalle - Künstlerhaus UnterwegsTheater
Hebelstr. 9
Kategorie
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