Alles ist gutgegangen

Emmanuèle (Sophie Marceau), eine Schriftstellerin mit blühendem Privat- und Berufsleben, eilt ins Krankenhaus – ihr Vater André (André Dussollier) hatte gerade einen Schlaganfall. Er ist Mitte achtzig, ein wohlhabender Fabrikant und Kunstsammler. Und ein Misanthrop, der das Leben leidenschaftlich liebt, nun aber auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Ohne Aussicht auf Besserung möchte er sein Leben selbstbestimmt beenden. Emmanuèle, die Lieblingstochter, soll ihm bei diesem Vorhaben helfen. Ausgerechnet sie, die ihren Vater in der Jugend als egomanischen Patriarchen erlebt und ihm mehr als einmal den Tod gewünscht hat.

Frankreichs Meisterregisseur François Ozon präsentiert ein hochkarätiges Glanzstück der sehr bewegenden Art. Mit der emotionalen Wucht eines Michael Haneke geht es um Würde, Selbstbestimmung – und die Familie, mit all ihren innewohnenden Machtverhältnissen. Basierend auf dem preisgekrönten Bestseller „Alles ist gutgegangen“ von Emmanuèle Bernheim inszeniert Ozon das Sterben als letzten Ausdruck des Lebens, umgesetzt von einer erstklassigen Starbesetzung, ohne falsche Sentimentalitäten, mit leisen, auch humorvollen Zwischentönen.

Neben Sophie Marceau und André Dussollier brillieren die britische Grande Dame Charlotte Rampling sowie die deutsche Leinwand-Ikone Hanna Schygulla. Cannes war tief berührt und lud den Film in den Wettbewerb des weltweit wichtigsten Filmfestivals ein.

Regie: François Ozon, FR/BE 2021, 109 Minuten, FSK: 12 Jahre

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