How to World Premiere

Heidelberger Frühling veröffentlicht Dokumentation und Konzertmitschnitt von Uraufführung mit Igor Levit, Elim Chan und dem Mahler Chamber Orchestra

Heute Abend veröffentlicht das Musikfestival Heidelberger Frühling die Kurzdokumentation „How to World Premiere“ und den Konzertmitschnitt der Weltpremiere von William Bolcoms 2. Klavierkonzert auf seinem Youtube-Kanal. Das Werk war im Rahmen des Heidelberger Frühling 2022 am 20. April durch Pianist Igor Levit und das Mahler Chamber Orchestra unter Dirigentin Elim Chan uraufgeführt worden. Es handelt sich um die jüngste Auftragskomposition des Musikfestivals, die Igor Levit gewidmet ist und gefördert wurde von Festivalfreund und Förderer Dietrich Götze, Heidelberg.

 

® Kurzdokumentation „How to World Premiere“ (Online ab 18. August, 20 Uhr)

® Konzertmitschnitt Uraufführung: William Bolcom 2. Klavierkonzert | Igor Levit, Mahler Chamber Orchestra, Elim Chan (Online ab 18. August, 20.15 Uhr)

 

Die Kurzdokumentation „How to World Premiere“ begleitet die Künstler*innen und Beteiligten hinter die Kulissen und taucht ein in den Prozess von der Entstehung und Einstudierung eines neuen Werkes bis zu seiner ersten Aufführung.

Der Konzertmitschnitt der Uraufführung, der William Bolcom aus USA live zugeschaltet war, ist am 20. April 2022 in der Aula der Neuen Universität Heidelberg im Rahmen des Musikfestivals Heidelberger Frühling 2022 entstanden. Diese Festivalausgabe war die erste, die nach zwei Jahren coronabedingten Ausfalls wieder wie geplant durchgeführt werden konnte und feierte zugleich den 25. Geburtstag des Heidelberger Frühling, der 1997 gegründet wurde.

Der jüngste Kompositionsauftrag ging an den 1938 geborenen US-amerikanischen Komponisten und Pianisten William Bolcom. Der Schüler von u. a. Darius Milhaud und Olivier Messiaen ist Grammy-Preisträger, mit dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet und Träger der vom Präsidenten der Vereinigten Staaten vergebenen National Medal of the Arts. Das neue Werk – William Bolcoms 2. Klavierkonzert (2019) – ist Igor Levit gewidmet, der auch den Solopart bei der Uraufführung in der Aula der Neuen Universität Heidelberg übernommen hat. Das Mahler Chamber Orchestra, mehrjähriges Orchestra in Residence des Heidelberger Frühling, stand bei der Weltpremiere unter der Leitung von Elim Chan. Gefördert wurde der Kompositionsauftrag vom Festivalfreund und Förderer Dietrich Götze.

In der 25-jährigen Geschichte des Heidelberger Frühling Musikfestivals spielen Uraufführungen eine wichtige Rolle. Sie setzen entscheidende Impulse, um den klassischen Konzertkanon immer wieder aufzubrechen und zu erweitern. Regelmäßig wurden und werden unter der Intendanz von Thorsten Schmidt Auftragskompositionen vergeben und Uraufführungen im Programm verankert. Seit 1997 wurden insgesamt 24 Werke in Auftrag gegeben an Komponist*innen wie David Philip Hefti, Marko Nikodijevic, Naomi Pinnock, Wolfgang Rihm, Aribert Reimann, Frederic Rzewski, Rebecca Saunders oder Miroslav Srnka, die allesamt im Heidelberger Frühling uraufgeführt wurden.

 

Über das Werk

 

William Bolcom (*1938)

  1. Klavierkonzert Second Piano Concerto (2019)
  2. A Legend
  3. Complainte

III. Nightmare-Scherzo

  1. Finale: Introduction and Variations

 

Kompositionsauftrag des Heidelberger Frühling Musikfestivals, gefördert durch Dietrich Götze.

 

Uraufführung:

  1. April 2022, Heidelberger Frühling Musikfestival 2022, Neue Aula der Universität Heidelberg

 

Igor Levit Klavier

Elim Chan Dirigentin

Mahler Chamber Orchestra

 

4 Fragen an William Bolcom:

Gab es eine bestimmte Inspirationsquelle für Ihr neues Klavierkonzert?
Mein 2. Klavierkonzert wurde vor allem inspiriert durch Igor Levits Aufführung von Beethovens Klavierkonzert Nr. 4, die ich beim Gilmore Piano Festival 2018 in Kalamazoo, Michigan, gehört hatte. In dem Wissen, dass ich Igor Levit ein neues Konzert widmen würde, war ich unglaublich beglückt von seiner Interpretation dieses Werks, das wahrscheinlich mein Lieblingsstück im Klavierrepertoire ist.

Was hat dieses Erlebnis so besonders gemacht?
Natürlich gibt es in diesem Konzert Passagen, in denen der Künstler seine technischen Fertigkeiten zeigen kann. Aber die technische Darbietung ist doch immer zweitrangig hinter der lyrischen Ausdeutung, der Innerlichkeit und der Tiefe der musikalischen Botschaft, die Igor Levit an diesem Abend so ergreifend vermittelte.

Verfolgt Ihr neues Werk dasselbe Prinzip?

Was mein Konzert anstrebt, liegt irgendwo auf demselben großen geistigen Kontinent wie das Beethoven’sche, aber natürlich meilenweit davon entfernt auf meinem eigenen musikalischen Territorium. Unsere Welt ist voller dramatischer Widersprüche, und dieses Konzert erforscht und beklagt dies, jubelt aber auch in diesem Stimmungsbild. Es gibt keine Rivalität zwischen Solopart und Orchester, wie man sie oft findet, sondern ein Zusammenspiel, bei dem das Klavier den Kommentar des Orchesters ebenso oft unterstützt wie umgekehrt.

Wie viel Beethoven steckt in Ihrer Komposition? Und in welche Richtung geht sie stilistisch?

Beethoven komponierte einige sogenannte »Kontratänze« und andere zeitgenössische Formen seiner Zeit, und ich habe einen Großteil der Textur meines Konzerts aus der mir zur
Verfügung stehenden reichhaltigen musikalischen Palette entnommen. Verweise auf geistliche Musik, Ragtime und viele andere neuere Musikformen, die hier vorkommen, werden in eine stringente Linie verwandelt, die durch Dunkelheit und Licht, Albtraum und Epiphanie, Melancholie und Bejahung, Tragödie und Komödie führt und mit einem kurzen Satz von Variationen und einem »Finale ultimo« endet. Frei nach Falstaffs Motto »Tutto nel mondo è burla!« (Alles auf der Welt ist Scherz!).

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