150 Jahre Friedrich Ebert – Wir gratulieren

Am 4. Februar 2021 feiert die Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte den 150. Geburtstag ihres Namensgebers. Da aktuell keine Veranstaltungen stattfinden können, erinnert die Stiftung mit einer Videoreihe an den Sozialdemokraten, Republikgründer und Reichspräsidenten Friedrich Ebert: In kurzen Videobotschaften gratulieren Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft Ebert zum Geburtstag. Sie erzählen, was Sie persönlich mit Ebert verbinden und welche seiner Gedanken aus ihrer Sicht noch heute von Bedeutung sind. Unter den Gratulanten ist unter anderem der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, der Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland Heinrich Bedford-Strom und der Intendant des SWR Prof. Dr. Kai Gniffke.
In der Geburtstagswoche wird ab dem 1. Februar täglich ein neuer bunter Strauß mit Videogratulationen zu veröffentlicht. Die Videos werden auf der Homepage der Stiftung (www.ebert-gedenkstaette.de), auf Facebook (@Eberthaus), Instagram (@friedricheberthaus) und Youtube (Friedrich Ebert Gedenkstätte) zu sehen sein.

Kurzbiografie und Würdigung Friedrich Eberts zum 150. Geburtstag

Am 4. Februar 1871 kam Friedrich Ebert in der Heidelberger Pfaffengasse zur Welt. Als Sohn eines Schneiders wuchs er im Milieu der Kleinhandwerker, Arbeiter und Tagelöhner auf. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre zum Sattler und ging anschließend auf Wanderschaft. In dieser Zeit schloss er sich der Sattlergewerkschaft und der Sozialdemokratie an. 1891 erreichte Ebert Bremen. Hier begann sein Aufstieg vom Sattler zum Reichspräsidenten. In Bremen erwarb er das politische Rüstzeug und verinnerlichte sozialdemokratische Werte: den politischen Kampf für Verbesserungen der Lebensverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten und soziale Gerechtigkeit. 1905 wurde Ebert in den SPD-Parteivorstand gewählt und ging nach Berlin. Hier bewährte er sich als pragmatischer Parteiorganisator und Vermittler zwischen den auseinanderdriftenden Parteiflügeln. 1913 wurde er zu einem der beiden Parteivorsitzenden der SPD gewählt. Die Revolution von 1918/19 besiegelte den Untergang des kaiserlichen Obrigkeitsstaats. In dieser entscheidenden Phase übernahm Friedrich Ebert historische Verantwortung und gestaltete den Übergang von der Revolution in die Republik. Das Hauptziel von Ebert und seiner Partei, der SPD, war die Demokratisierung der Gesellschaft. In einer Zeit der Unsicherheiten und Gefährdungen der jungen Republik stellte er die Weichen für die parlamentarische Demokratie.
Am 11. Februar 1919 wurde Friedrich Ebert von der Nationalversammlung in Weimar zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. Als erstes demokratisches Staatsoberhaupt in Deutschland stand er vor außergewöhnlichen Herausforderungen: der Versailler Vertrag, zerbrechende Koalitionen, Angriffe rechter Putschisten auf die Demokratie, politische Morde und vieles mehr. Mit seiner am Allgemeinwohl orientierten und kompromissbereiten Politik steuerte Ebert die junge Republik durch vielfältige Krisen und verteidigte sie gegen ihre Feinde. Als Symbolfigur der Demokratie stand der Reichspräsident im Visier der Republikgegner, die eine Hetzkampagne gegen ihn entfachten, gegen die Ebert sich mit juristischen Mitteln zu Wehr setzte. Von diesen juristischen Auseinandersetzungen tief getroffen und gesundheitlich schwer angegriffen, verschleppte er die Behandlung einer Blinddarmentzündung. Er wurde zu spät operiert und starb am 28. Februar 1925 im Alter von nur 54 Jahren.
Mit Ebert verlor die Republik von Weimar ihren Vorkämpfer und einen ihrer konsequentesten Verteidiger. Zu seinem Nachfolger wählten die Deutschen im April 1925 Paul von Hindenburg, den kaiserlichen Heerführer des Ersten Weltkriegs, den Schöpfer der Dolchstoßlüge, einen Militär, einen Antirepublikaner. Unter seiner Präsidentschaft wurde Hitler 1933 Reichskanzler, die Demokratie zerstört und damit das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte aufgeschlagen. Somit markierte der Tod Friedrich Eberts im Februar 1925 einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Weimarer Republik – und nicht weniger in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Als Wegbereiter und Garant der ersten Republik gehört Friedrich Ebert zu den wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Demokratiegeschichte.

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