Kultur im Pandemiemodus

Verschieben, Online gehen, umdenken

Der Karlstorbahnhof hat der Pandemie schon einiges an kultureller Live-Vielfalt abgetrotzt. Jetzt ist erstmal wieder Schluss. Die Theaterreihe Einzelstücke endet vorzeitig, das Enjoy Jazz Festival wird unterbrochen und das Programm des für November geplanten Prêt à écouter Festival wird auf das Frühjahr 2021 verschoben. Ein organisatorischer Kraftakt, doch die Übung aus dem letzten Lock-Down macht sich bezahlt.

Als erste reagieren die Jüdisch-Muslimischen Kulturtage und verlegen ihre Podiumsdiskussion im Rahmen der „Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur“ mitsamt künstlerischen Interventionen ins Internet. Am 02. November um 19:00 Uhr diskutieren und performen unter dem Titel „Spiegel der Gesellschaft – Kulturinstitutionen als Orte der rassismuskritischen Auseinandersetzung?!“ Fatima Moumouni (Spoken Word Artist), Rebecca Ajnwojner (Dramaturgin am Maxim Gorki Theater), Ilhan Kaan (Rapper und Spoken Word Poet) und Achim Waseem Seger (DJ und Poet bei i,Slam). Es moderiert Judith Blumberg (Agentin für Diversität am Badischen Staatstheater Karlsruhe). Die Teilnahme ist kostenfrei unter dem Link: https://zoom.us/j/97251944805. Informationen unter www.jmkt.de.

Auch der für den 25. November geplante Empowerment-Talk mit Rapperin Ebow wird Online anstatt live stattfinden. Mit der trans* Ethnologin, queer-muslimischen Aktivistin und freien Autorin Leyla Jagiella und dem Publikum spricht Ebow über Strategien und Maßnahmen, die es Menschen und Gemeinschaften ermöglichen, ihre Interessen (wieder) eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten. 

Das Literaturprojekt Shared Reading ist im November ebenfalls Online aktiv. Am 03. und 17. November sind alle Interessierten eingeladen, gemeinsam per Videokonferenz eine Kurzgeschichte und ein Gedicht zu lesen und darüber ins Gespräch zu kommen. Anmeldung unter: heidelberg@shared-reading.de

„Was die Pandemie von uns allen fordert ist ein großer Kraftakt und zuweilen auch mühsam und bedeutet auf vielen Ebenen einen Verlust, aber die Gesundheit geht zu jeder Zeit vor. Solange wir keine Veranstaltungen präsentieren dürfen, fallen nicht nur wichtige Inhalte weg, sondern für sehr viele Menschen aus der Veranstaltungsbranche auch ihre Einnahmen. Glücklicherweise gibt es schon entsprechende Reaktionen aus der Politik, wir hoffen, dass sich die aktuellen Kompensationsansätze für die vielen Einzelnen als tragfähig erweisen. Wir geben in der Zwischenzeit unser bestes weiterhin Kulturerlebnisse zu ermöglichen.“
Cora Maria Malik, Geschäftsführerin Karlstorbahnhof e.V.

Aktuelle Informationen zu allen Nachholterminen sowie weiteren Online-Veranstaltungen im November gibt es zeitnah unter www.karlstorbahnhof.de

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