15. Französische Woche Heidelberg

Ein Festival zu planen, gleicht in diesen turbulenten Zeiten einem akrobatischen Drahtseilakt, der Kraft und Beweglichkeit, doch vor allem eine gehörige Portion Optimismus erfordert. Der Kraftakt ist bewältigt, und so kann die Französische Woche auch in diesem Jahr stattfinden. Mit rund 40 Veranstaltungen wird das frankophile Kulturformat vom 9. – 18. Oktober französisches Flair in Heidelberg einziehen lassen – und dies bereits zum 15. Mal.
Feierlich eröffnet wird das Festival am 9. Oktober, um 19.30 Uhr in der Hebelhalle, mit dem Stück Instable und im Beisein von Catherine Veber, Generalkonsulin der Französischen Republik. Das Publikum erwartet ein atemberaubendes Spektakel, wenn der Solokünstler Nicolas Fraiseau versucht, einen chinesischen Mast auf schwankendem Untergrund zu errichten und dessen Spitze zu erklimmen. Mit dem Gleichgewicht hadernd und gegen Unwägbarkeiten ankämpfend verkörpert er auf humoristische und akrobatische Weise die Macht der Zuversicht in schwierigen Situationen. (Freitag, 9. Oktober, 19.30 / Hebelhalle Heidelberg)

Am 11. Oktober wird die junge Autorin Marion Messina ihren Roman Fehlstart – Faux Départ im DAI vorstellen. Der in Frankreich begeistert aufgenommene Roman erzählt die Geschichte von Aurélie, die dem trostlosen Dasein ihrer Heimatstadt Grenoble entkommen und in Paris neu starten will. Auf der Suche nach dem echten, rauschhaften Leben stößt sie auf Widerstände aller Art. Realistisch und humorvoll wirft Messina in ihrem Debut einen kritischen Blick auf das heutige Frankreich. (So, 11. Oktober, 11.00 / DAI Heidelberg)

Ebenso aktuell und frankophon, dabei jedoch über den europäischen Kontinent hinausreichend, sind Veranstaltungen zur zeitgenössischen frankokanadischen Literatur und Dramatik. Im Vorprogramm werden am 8. Oktober die Literaturübersetzer*innen Sonja Finck und Frank Heibert drei Romane aus Kanada, dem diesjährigen virtuellen Gastland der Frankfurter Buchmesse, in der Stadtbücherei vorstellen. (Do, 8. Oktober, 19.30 / Stadtbücherei Heidelberg). Am 17. Oktober werden im Theater Heidelberg in einer szenischen Lesung drei aktuelle Theatertexte aus Québec präsentiert, die eigens für diese Veranstaltung ins Deutsche übertragen und von Schauspielern des Theater-Ensembles vorgetragen werden. (Sa, 17. Oktober, 16.00 / Theater Heidelberg)

Cineasten kommen bei der Filmreihe Michel Piccoli auf ihre Kosten. Das Festival würdigt das vielfältige Werk des im Mai verstorbenen Monsieur Cinéma und zeigt einige seiner größten Filmerfolge, darunter den Klassiker Belle de Jour – Schöne des Tages, mit Catherine Deneuve in der weiblichen Hauptrolle. (Karlstorkino, Mi, 14. Oktober)

Den Ausklang der Französischen Woche können alle Alterskategorien am 17. Oktober gemeinsam feiern. Um 18.30 Uhr präsentiert Gingolph Gateau das Figurentheaterstück 21 x 29,7, in dem ein Qualitätskontrolleur, der die korrekten Maße von A4 Blättern überprüft, zunehmend in phantastische Welten abgleitet und aus den zerknüllten Mängelexemplaren Figuren und ganze Landschaften entstehen lässt. Zum Abschluss gibt es Partystimmung, wenn Les Bandits Manchots, fünf Musiker aus Avignon, mit ihrem Mix aus Rock’n’Rol, Reggae, Rap und Chansons das Publikum mitreißen. Vielerlei Flammkuchen oder Belgische Waffeln sorgen dafür, dass alle bestens gestärkt durch das Abschlusswochenende der 15. Französischen Woche kommen. (Sa, 17. Oktober, ab 17.30 / Hof Hebelhalle)

Weitere Highlights:
Einen historisch-literarischen Blick auf die Südküste Frankreichs wirft die deutsch-französische Lecture-Performance Sanary. Exil unter Palmen – Orage en plein soleil. Mit Texten, Briefen und Tagebucheintragungen von Thomas Mann und anderen Exilschriftstellern wird das Leben der vor der Nazi-Diktatur nach Sanary-sur-Mer Geflohenen eindrucksvoll vermittelt und auch der Bogen zur Gegenwart geschlagen. Die Schauspielerinnen Petra Weimer und Catherine Javaloyès, die vor zwei Jahren als „Marthe et Mathilde“ begeisterten, kommen wieder, dieses Mal im Team mit Boris Ben Siegel. (Di, 13. Oktober, 20.00 / Providenzkirche Heidelberg)

Reisen in Zeiten von Corona muss oft imaginär stattfinden. Warum auch nicht? Magali Nieradka- Steiner nimmt Sie mit an die Glücksorte an der Côte d’Azur und lässt Sie von südfranz.sischem Flair träumen. (Do, 15. Oktober, 19.30 / Medienzentrum Emmertsgrund)

Wer wissen will, wie französische Dichter und Denker die Stadt Heidelberg erlebten, kann dies ganz sportlich erfahren. Bei der Tour des Français à Heidelberg wird auf den Spuren französischer Reisender gemeinsam durch die Stadt geradelt und deren Eindrücken gelauscht. (So, 11. Oktober, 14 Uhr, Radtour in französischer Sprache; So, 18. Oktober, 11 Uhr, Radtour in deutscher Sprache / Treffpunkt jeweils am Kornmarkt)

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