Neustart auf der Sommerbühne vor dem Haus am 11. Juli mit Les Primitifs

Seit Anfang März ist der Karlstorbahnhof für den Publikumsverkehr geschlossen. In der Zwischenzeit wurden Teile des vielfältigen Programmangebots ins Internet verlagert, zahlreiche Veranstaltungen mussten abgesagt und verschoben werden. Zwei Monate lang gab es fast täglich neue Inhalte im Netz. Dann endlich die erlösende Nachricht aus Stuttgart: Seit dem 1. Juni sind kleine Kulturveranstaltungen unter besonderen Vorkehrungen wieder möglich sein. Für den Karlstorbahnhof der Startschuss, um sich in die Planungen für ein Sommerprogramm zu stürzen.

“Wir werden einige Dinge digital fortführen, die auf absehbare Zeit nicht als Veranstaltungen zu verantworten sind. Doch die letzten Wochen haben erneut gezeigt, dass Kultur auch stark von echten Begegnungen lebt.” erklärt Cora Malik, die Geschäftsführerin des Hauses. Der Choir Club etwa ist ein offenes Angebot zum gemeinsamen Singen, das aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr auch weiterhin durch Videos ersetzt werden muss. Auch Clubkultur wird es auf absehbare Zeit nicht geben, Fans von elektronischer Musik müssen mit den zuhause aufgenommenen Mixtapes von DJs Vorliebe nehmen.

Doch viele andere Formate sind unter besonderen Voraussetzungen wieder möglich: Darunter Theater ohne Körperkontakt, Lesungen, Talks und natürlich bestuhlte Konzerte. Doch im Sommer sitzen viele Menschen erfahrungsgemäß ungern in geschlossenen Veranstaltungsäumen, die höchstwahrscheinlich ein wesentlich höheres Infektionsrisiko mit sich bringen als im Freien. Deshalb bemüht sich der Karlstorbahnhof aktuell um den Vorplatz, der in den vergangenen Jahren aufgrund einer Baustelle gesperrt war. “Kultur ist unverzichtbar, aber wir müssen natürlich alles für die Vermeidung von Ansteckungen tun. Deshalb ist der Schritt nach draußen aktuell unbedingt notwendig.” so Malik weiter.

Ein absolutes Novum in der Geschichte des Hauses, das normalerweise im Sommer stets eine lange Pause einlegte. Doch um das Programm macht sich Cora Malik keine Sorgen: “Wir wollen unserem Publikum eine Perspektive bieten und Künstler*innen wollen, wieder auf der Bühne zu stehen. Und wir sind offen für Kooperationen mit kulturellen Playern und Gastronomiebetrieben, die keine eigene Freifläche zur Verfügung haben.” Seine Unterstützung bereits zugesagt hat der Heidelberger Gastronomie-Blog Löffelmeter, der viele Wirt*innen in der Coronakrise bereits bei der Kommunikation ihrer Liefer- und Abholangebote unterstützt hat.

Für die Konstruktion einer mobilen Bühne hat die Heidelberger Plakatierungsfirma Plak’n’Play bereits einen alten LKW besorgt, die Infrastruktur für Toiletten und Gastronomie kann im Haus zugänglich gemacht werden. Auf dem Vorplatz mit seinen großen Bäumen könnten bis zu 100 Personen an Tischen und Stühlen Platz finden. “Wir wollen das Beste aus der Situation machen und einen Ort schaffen, an dem sich Menschen in einem verantwortungsbewussten Rahmen treffen und gemeinsam Kultur erleben können.” fährt Cora Malik fort. So soll es neben dem regulären Programm auch Veranstaltungen mit freiem Eintritt und Angebote für Familien geben.

Eröffnung mit Les Primitifs

Es gibt in der Tat nicht viele Ensembles, die man ruhigen Gewissens in so ziemlich jedes Ambiente zum Konzert bitten könnte. Aber Les Primitifs gehören zweifellos dazu. Denn man kann sicher sein: Diese famosen Musiker würden in der Altstadt von Montevideo ebenso bestehen wie im Hafenviertel von Marseille, in New Orleans genau so wie in Prag. Denn: les primitifs sind eine der wenigen Kapellen, die Ihr Publikum schon auf Rock-, Folk- und Jazzfestivals begeistert haben – die Essenz, die Basis eben. Und warum ist das so? Weil ihre Spielfreude genauso ist wie ihr Name, ihre Musikalität und Gewitztheit aber genau das Gegenteil davon

Laurent Leroi: Akkordeon
Matthias Dörsam: Saxophone, Klarinette, Flöten
Erwin Ditzner: kleine Trommel
Michael Herzer: Kontrabass

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