Der Heidelberger Kabarettherbst „denke.schön“ startet am 7. November im Kulturfenster

Theorie der feinen Menschen

Das politische Kabarett lebt! Dies zeigt unter anderem die große Resonanz auf das vom Kulturfenster Heidelberg veranstaltete Kabarettfestival „denke.schön“. Tiefsinn und Humor, dafür steht Kabarett. Das politische System entlarven, das Publikum zum Nachdenken bewegen: Das sind die hehren Ziele des Kabaretts, seit jeher. Ein Kabarett, das keinen Mut mehr aufbringt, hat sein Verfallsdatum längst überschritten. Der Witz ist ein wichtiges Element politischer Kritik. Was passiert, wenn wir uns lustig machen? Wie kann der Witz uns helfen, eine Haltung gegenüber allem, was auf der politischen Weltbühne passiert, zu entwickeln? Dieter Hildebrandt hat wohl daran geglaubt, dass es seine Aufgabe und Bestimmung ist, in den Diensten der Aufklärung zu arbeiten. „Das Lachen ist ein sehr anarchischer Vorgang, fast revolutionär“, meinte er einmal. In diesem Sinne; viel Witz, Haltung und Vergnügen wünschen wir Ihnen beim 11. Festival des politischen Kabaretts, „denke.schön“.

Liza Kos startet das Festival am 7. November und fragt sich „Was glaub‘ ich, wer ich bin?!“ Sie kommt aus Moskau. Mit 15 zieht sie mit ihren Eltern aufs Land – nach Deutschland. Hier will und muss sie sich integrieren und lernt die Landessprache, die sie auch bald perfekt beherrscht: Türkisch! Am 8. November stehen gleich 4 Neuentdeckungen beim WORD UP! Urknall auf der Bühne des Kulturfensters. Andrea Limmer, Leticia Wahl, Mia Pittroff und Dagmar Schönleber. Andrea Limmer hat gelinde gesagt eine umwerfenden Bühnenpräsenz und ist eine grandiose Komödiantin, die nicht nur verbal, sondern auch mit Mimik und Gestik in jedem Moment brilliert. Leticia Wahl gehört ohne Zweifel zu den vielversprechendsten Wortakrobaten der Slam Poetry. Sie versteht es ungemein den schwierigen Spagat zwischen tiefgründiger Lyrik und eruptiven Sprachstafetten gekonnt in Szene zu setzen. Mia Pittroff ist bereits mit reichlich Preisen ausgezeichnet, also eigentlich gar keine Entdeckung mehr. Zu Dagmar Schönleber meinen Kollegen der Presse: Sie ist schrill, verletzlich, melancholisch, cool, bissig und liebevoll. Sie ist – das pure Vergnügen! 

Am Samstag den 9. November geht der Kabarettherbst dann zum ersten Mal während des Festivals ins Theater im Augustinum. Dort spielt Suchtpotenzial ihr neues Programm „Sexuelle Belustigung“. Braves Damenkabarett war gestern – unwiderstehlicher Charme trifft bei Suchtpotenzial auf gnadenlosen Humor. „Die Bürde des weisen Mannes“ heißt das Programm von René Sydow mit dem er am 15. November im Kulturfenster auftritt. Nach seinem ersten, mit 11 Kabarettpreisen ausgezeichneten Programm GEDANKEN! LOS!, wurde René Sydow von der Presse als der „am lautesten geflüsterte Geheimtipp“ des politischen Kabaretts bezeichnet. Zurück ins Theater im Augustinum mit gleich 2 Programmen. Christoph Sieber kommt am 16. November mit „Mensch bleiben“. Sieber ist mit Tobias Mann Gastgeber der Sendung „Mann, Sieber!“ im ZDF. Er ist Träger des Deutschen Kleinkunstpreises und in seiner Freizeit ist er gerne und ausgiebig Mensch.

Am 21. November ist Claus von Wagner erneut mit seinem Programm „Theorie der feinen Menschen“ im Augustinum zu Gast. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft. Ingo Börchers feiert „Ferien auf Sagrotan“ am 22. November im Kulturfenster. Seine unglaubliche Wortgewandtheit macht Ingo Börchers zu einem wahnsinnig unterhaltsamen Zeitgenossen. Dass er dafür schon zahlreiche Preise erhalten hat, dürfte eigentlich niemanden mehr wundern. „Bullshit ist kein Dünger“ meint Frederic Hormuth am 30. November. Es ist politisches Kabarett mit Herz, Haltung und hammermäßigen Songs am Piano. „Ich hab nichts gegen Frauen, du Schlampe!“, diese Ansage an Sarah Bosetti hat sie inspiriert. Sie geht mit Liebe gegen Hasskommentare vor. Und das am 5. Dezember im Kulturfenster. „Und wie war dein Tag, Schatz?“ fragt uns Hans Gerzlich am 6. Dezember. Er nimmt Sie nicht nur mit ins Meeting, sondern auch in die Kantine, in die Kaffeeküche, ins Vorstellungsgespräch und macht Sie mit seinen Karrierezielen vertraut. Kurzfristiges Ziel: Feierabend. Langfristiges Ziel: Wochenende.

„Jetzt hätten die guten Tage kommen können“. In seinem dritten Soloprogramm hat es Stefan Waghubinger ganz nach oben geschafft. Es gibt nur wenige Kabarettisten, die es mit Waghubingers Formulierungskunst aufnehmen können – und es gibt nur ganz wenige, bei denen geschliffenen Texte so federleicht durch den Saal schweben. Am 13. Dezember im Kulturfenster Heidelberg. Zum Abschluss des Festivals geht es am 14. Dezember in den Karlstorbahnhof. Simon Stäblein meint, manchmal ernst, manchmal kritisch und meistens urkomisch, „Heul doch“. Ein Abend über First World Problems, verrückte Ängste, schwule Giraffen, verlogenes Obst und bestimmt auch über DICH. 

Infos und Karten unter www.kulturfenster.de

Karten: Onlinewww.kulturfenster.de/kleinkunstbuehne. Kartenhotline01806 700 733 / VVK-Stellen: Rhein-Neckar-Zeitung, Zigarren Grimm, Cafe Alte Feuerwache Mannheim uvm.

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